Nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt sich die Errichtung der ersten befestigten Siedlung auf das Jahr 1038 datieren. Die erste historische Erwähnung des Bromberger Kastellanen Suzzlaus de Budegac stammt aus 1238. Für die bereits frührere Entstehung der Ortschaft zeugt die im XII Jahrhundert erbaute romanische Kirche des Hl. Idziu. In diesem Zeitraum lag der Ort auf dem berühmten Bernstein Handelsweg. Die Furt an der Brahe diente den Reisenden zur Überquerung der Weichsel.
Im frühen Mittelalter war Bromeberg eine Grenzstadt und wechselte im XIII Jh. vorrübergehend in den Besitz der Kreuzritter. Am 19. April 1346, noch in der Kreuzritter-Hand erhält die Siedlung die Stadtrechte vom polnischen König Kazimir dem Großen. Im XVI Jh. floriert der Salz- und Weizenhandel, wodruch die Stadt an Reichtum und Bedetung gewinnen kann. 1555 wird ein Dekret erlassen, das den Juden die Siedlungsrechte innerhalb der Stadt verbietet.
In den Jahren 1772-1806 und 1814-1920 gehörte Bromberg zum preußischen Teilungsgebiet des geteilten Polen (1807-1815 gehört die Stadt zum Warschauer Fürstentum. Nach 1815 wird Bromberg Hauptstadt eines Teils des Großen Posener Fürstentums. 1773 begann der Bau des Bromberger Kanals der die Brahe mit der Notze verbindet und letztendlich auch die Weichsel mit der Oder. Ab dem XIX Jh. beginnt auch in Bromberg die industrielle Revolution. Die erste Eisenbahnlinie verbindet die Stadt mit Pilau. Es folgen die Verbindungen nach Berlin, Danzig, Thorn und Inowrocław.
Im XIX Jh. ist Bromberg die am meisten germanisierte Stadt des preußischen Teilungsgebietes. Die Stadt wird bis zum zweiten Weltkrieg den stark ausgeprägten Einfluss behalten und bildet in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen eines der stärksten Zentren mit einer deutschen Minderheit in Polen.
Am 20 Januar 1920 wird Bromberg wieder polnisch. Aufgrund der Beschlüsse des Versailler Vertrages wird die Stadt von großpolnischer Armee besetzt. In der Zeit des großpolnischen Aufstandes konnte dieser nicht von der polnischen Stadtbevölkerung unterstützt werden. Die Starke deutsche Militärpräsenz in der Stadt sowie die schwache Ausrüstung der hiesigen Unterstützer ließen es nicht zu. Zu den Zeiten der 2. Polnischen Republik verliert die Stadt ihre Hauptstadtrolle in der Wojewodschaft. Posen und Thorn übernehmen diese Aufgabe bis zum 1939.
Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 kommt es bereits am dritten Kriegstag zu den ersten Kriegshandlungen innerhalb der Stadt. Deutsche Saboteure unterstützt durch die ansässige deutsche Bevölkerung (u.a. auch die Mitglieder der Hitlerjugend) werden in den Kämpfen mit den polnischen Einheiten gefangen genommen und hingerichtet. In der deutschen Kriegspropaganda geht der Tag als der „Blutige Sonntag“ bezeichnet. Polnische Historiker nennen den Tag die „Bromberger-Sabotage“. Als Vergeltungsakt werden nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht zahlreiche Polen erschossen und in Konzentrationslager deportiert. Im Laufe der Okkupation wird die Stadt erneut ein Teil Deutschlands und in Westpreußen integriert. Im Kriegsverlauf werden insgesamt 37 Tausend Stadtbewohner umgebracht.
Nach Kriegsende 1945 wird Bromberg erneut die Hauptstadt der Wojewodschaft Pommern. 1973 wird die Kleinstadt Fordon eingemeindet. 1999 nach der administrativen Restrukturierung des Landes bleibt Bromberg die Landeshauptstadt von Pommern und Kujawien.